Was Ist Eine Fettleber

Bei einer Fettleber (Steatosis hepatis) handelt es sich um eine Erkrankung, bei der bestimmte Fette in der Leber eingelagert werden…

Dies sind in erster Linie die sogenannten Neutralfette wie Triglyceride und Phospholipide. Schätzungen gehen davon aus, dass in den westlichen Industrieländern zwischen 20 und 40 Prozent der Bevölkerung von einer Fettleber betroffen sind.

Verantwortlich hierfür sind unter anderem ein zu hoher Alkoholkonsum, falsche Ernährung sowie ein Mangel an Bewegung

Was ist eine Fettleber

menschliche Fettleber

 

Zwei Formen der Fettleber…

Eine Fettleber entsteht immer dann, wenn mehr Fette in die Leber transportiert als dort abgebaut werden. Dies führt auf Dauer zu einem entsprechend hohen Fettanteil in den Leberzellen.

Medizinisch gesehen liegt eine Fettleber immer dann vor, wenn mindestens die Hälfte Ihrer Leberzellen hiervon betroffen sind.

Es lassen sich zwei unterschiedliche Formen einer Fettleber unterscheiden…

Bei einer reinen Leberverfettung kommt es in der Regel zu keinen besonderen Symptomen. Anders sieht es bei der zweiten Form der Fettleberhepatitis aus. Hierbei kommt es zu Entzündungserscheinungen sowie einer gelblichen Verfärbung der Haut. Während des Krankheitsverlaufs kommt es sehr häufig zu Schmerzen im Oberbauch sowie zu Übelkeit und Erbrechen.

ACHTUNG: Bei fast 15% Prozent aller Erkrankungen geht eine Fettleberhepatitis im weiteren Verlauf in eine Leberzirrhose über, welche lebensgefährlich sein kann.

Eine Fettleberhepatitis kann sowohl durch eine virale Infektion wie auch durch Alkoholkonsum, Medikamente oder die Einwirkung von anderweitigen Giften entstehen.

Zu alkoholbedingten Leberschäden kommt es bei einem regelmäßigen Alkoholkonsum über sechs bis zehn Jahre. Bei Männern besteht die Gefahr, wenn pro Tag etwa 60 Gramm reiner Alkohol zugeführt wird. Dies entspricht etwa 1,5 Liter Bier, 0,7 Liter Wein oder 0,2 Liter Schnaps. Bei Frauen ist die Anzahl der vorhandenen Enzyme zum Alkoholabbau geringer, sodass hier bereits bei 20 Gramm Alkohol pro Tag die Gefahr einer Lebererkrankung besteht.

Etwa 12 Prozent aller Erwachsenen sind von einer alkoholbedingten Fettleber betroffen. Dazu sind rund 50 Prozent der alkoholabhängigen Personen von einer Steatosis hepatitis betroffen.

 

Schweregrade einer Fettleber

Bei der Diagnose einer Fettleber unterscheiden Mediziner drei unterschiedliche Schweregrade:

  • Grad 1 = leichte Fettleber

In weniger als ein Drittel der Leberzellen werden Fette abgespeichert.

  • Grad 2 = mäßige Fettleber

Von einer Leberverfettung sind ein bis zwei Drittel der Leberzellen betroffen

  • Grad 3 = starke Fettleber

Die Verfettung betrifft mehr als zwei Drittel der vorhandenen Leberzellen

 

Am häufigsten vertreten ist die nichtalkoholische Fettleber…

In 90 Prozent aller Fälle entsteht diese durch Übergewicht in Verbindung mit erhöhten Blutfettwerten oder infolge einer Diabetes mellitus Typ II Erkrankung. Immer wieder zeigt sich, dass eine Fettleber in kausalem Zusammenhang mit Übergewicht steht. Etwa 89 Prozent aller übergewichtigen Personen leiden unter einer Verfettung der Leber.

Es gibt noch einige weitere bekannte Ursachen für eine Fettleber wie Störungen des Stoffwechsels aufgrund einer Zuckerkrankheit sowie sogenannte Hyperlipoproteinämien. Bei diesen sind die erhöhten Blutfettwerte auf eine angeborene Krankheit zurückzuführen.

Medikamente sowie verschiedene Chemikalien und durch Lösungsmittel entstandene Dämpfe können ebenfalls zu einer Fettleber führen.

 

Welche Warnzeichen gibt es?

Aufgrund der oftmals unklaren Symptome wird eine reine Fettleber in vielen Fällen nicht erkannt. Diagnostiziert wird eine Fettleber über eine routinemäßige körperliche Untersuchung beim Arzt.

Erste Hinweise auf eine vergrößerte Leber ergeben sich zumeist bereits beim Abklopfen des Brustkorbs und Abtasten des Oberbauchs. Anhand einer genauen Anamnese unter Berücksichtigung der Lebensgewohnheiten wie Alkoholkonsum sowie der Vorerkrankungen legt der Arzt das weitere Vorgehen fest.

Besteht der Verdacht auf eine Fettleber, lässt diese sich durch eine Blutuntersuchung genauer diagnostizieren. Dabei können verschiedene Werte der Leberenzyme, wie Gamma-GT (Gamma-Glutamyltransferase), GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase), GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase) im Blut nachgewiesen werden.

Bestehen Anzeichen für einen schweren Leberschaden, wird mittels eines sogenannten Quick-Tests die Blutgerinnungszeit bestimmt. Bei einer Schädigung der Leberzellen kommt es sehr häufig zu einer langsameren Blutgerinnung.

Positiv: In fast allen Fällen kann eine Fettleber (bis zu gewissem Erkrankungsgrad) mit einer Umstellung des Lebenswandels sowie hochwertiger Ernährung komplett rehabilitiert werden.

 

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